Ehrenamtliche Zukunftsarbeit im DRK-Kreisverband Böblingen ruht auf festem Fundament: Jugendrotkreuz und Schulsanitätsdienst weisen stabile Entwicklung auf

Die Nachwuchsgewinnung und -Pflege ist das A und O in Vereinen, Verbänden und Organisationen. Vor allem und in erster Linie, weil damit das ehrenamtliche Engagement in der Zukunft abhängt.

Das Ehrenamt ist unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft geworden.  Weil ohne Ehrenamt vieles nicht mehr funktionieren würde und der Staat keine adäquaten Ersatzlösungen präsentieren kann. Deshalb ist es wichtig, die Jugend anzusprechen, sie zu begeistern und sie davon zu überzeugen, daß gerade ein früh geübtes ehrenamtliches Engagement nicht nur persönlich sinnstiftend sein kann, sondern nicht selten eine lebenslange Grundlage bietet, um sich freiwillig und uneigennützig in die Gesellschaft einzubringen.

Wie sehr die Jugendarbeit zum gesellschaftlichen Engagement der Menschen beiträgt, belegen Studien. Danach haben rund 83 Prozent aller gesellschaftlich stark engagierten Personen diese Eigenschaft bereits in jungen Jahren erworben. Bei etwa 63 Prozent aller Studienteilnehmer
war die frühe Mitgliedschaft in einer Jugendorganisation oder einem Verein maßgeblich für die weitere Bereitschaft zu ehrenamtlichem gesellschaftlichem Engagement.

Erkenntnise, die sich auch in der Arbeit des Jugendrotkreuzes und des Schulsanitätsdienstes im DRK-Kreisverband Böblingen wiederfinden und niederschlagen. Deshalb richten gerade die Ortsvereine, das Präsidium unter Führung von MIchael Steindorfner sowie die Verantwortlichen des Jugendrotkreuzes und Schulsanitätsdienstes mit Kreisjugendleiter Patrick Binder und seinem Stellvertreter Stavros Kominis, unterstützt von den beiden Hauptamtlichen in der Kreisgeschäftsstelle, der Jugendbildungsreferentin Isabella Lang und DRK-Schulkoordinator und Matthias Nix ihr besonderes Augemerk auf diesen zukunftsentscheidenden Bereich. Mit Erfolg, wie jüngste und aktuelle Zahlen belegen.

Ende vergangenen Jahres hatte das Jugendrotkreuz (JRK), also Schulsanitäter und Jugendrotkreuzler zusammen, insgesamt 1 252 Mitglieder. Die Anzahl der Jugendrotkreuzler (ohne Schulsanitäter) betrug 522 und ist damit im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Die Jugendrotkreuz-Angehörigen sind in 30 klassischen JRK-Gruppen engagiert. Diese Gruppen werden von 99 Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern betreut. Der Frauen-/Männeranteil der Gruppenleiter ist hierbei weitgehend ausgewogen.

Stabil sind auch im Jahr 2017 die Mitgliederzahlen des Schulsanitätsdienstes und die Zahl der Juniorhelfer geblieben. Zusammen genommen engagieren sich rund 730 Schülerinnen und Schüler im Bereich des Schulsanitätsdienstes und Juniorhelfers. An 52 Schulen im Landkreis Böblingen wurde der Schulsanitätsdienst weiter ausgebaut.

Soziale und persönliche Kompetenz fördern und stärken

Ziel und Zweck der Jugendarbeit ist es, soziale und persönliche Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen zu fördern und zu stärken. Dazu zählen auch die Förderung des Selbstwertgefühls und Selbstbewusstseins sowie von Verantwortungsbewusstsein, Gemeinschaftsfähigkeit, Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit. Außerdem wird  Konfliktfähigkeit, Kritikfähigkeit sowie die Fähigkeit mit anderen zu kommunizieren und kooperieren vermittelt. Darüber hinaus werden die jungen Menschen an gesellschaftliche Mitverantwortung und soziales Engagement herangeführt. Für all dieses bietet gerade das Rote Kreuz ideale Voraussetzungen, sich schon in jungem Alter den Maximen von Henry Dunant zu verschreiben. Und die Gesellschaft profitiert in vielfältiger Weise später davon. Präsident Michael Steindorfner hat es einmal auf den Nenner gebracht: "Einmal Rotes Kreuz - immer Rotes Kreuz."

Breitgefächwert und auf alle Altersgruppen zugeschnitten ist die praktische Arbeit im Jugendrotkreuz. Einige Beispiele: Neben Kreisentscheiden für das Jugendrotkreuz, die in munterer Wettbewerbsform ausgetragen werden - hier wird gerätselt, gemalt, geschminkt, gespielt und Wissen vermittelt - gibt es entsprechende Turniere auch für die Schulsanitätsgruppen. Am Erste-Hilfe-Turnier für fortgeschrittene  Schulsanitätsgruppen des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg nahmen im vergangenen Jahr in Weissach nicht weniger als rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 14 Schulen teil.

Großen Anklang finden auch die Kursangebote. Neben dem Babysitterkurs und den Erste-Hilfe-Plus-Fortbildungen speziell für Angehörige der Schulsanitätsgruppen, gibt es auch interne JRK-Angebote für die Ortsvereine. So wurden im letzten Jahr verschiedene Experimente rund um die Themen Klima, Wind und Wasser mit den Kleinen durchgeführt, während es für die Großen im Bewerbungstraining spannend wurde. 

Ein Highlight ist in jedem Jahr die traditionelle Sommerfreizeit. Im vergangenen Jahr ging es in die Toskana, in diesem Jahr steht die Costa Brava um Barcelona auf dem Reiseplan.  Die Teamer bieten den Jugendlichen ein volles Programm und eine umfassende Verpflegung, so dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils zwei tolle Wochen mit dem Jugendrotkreuz verbringen können.

Weitere Aus- und Fortbildungen sind ein zusätzlicher Schwerpunkt beim JRK. "Ob abwechslungsreiche Seminare oder die Einführung in die Notfalldarstellung – viele Jugendrotkreuzler und Schulsanitäter zeigen dabei ein mitreißendes Engagement", loben Isabella Lang und Matthias Nix.

Dreijährige Mitmach-Kampagne

Riesenanklang auch im Jugendrortkreuz des DRK-Kreisverbandes Böblingen hat die im vergangenen Jahr vom JRK-Bundesverband gestartete Kampagne "Was geht mit Menschlichkeit?" gefunden. Ansprechpartner dieser dreijährigen Kampagne, die bis Ende nächsten Jahres läuft, sind über 140 000 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 27 Jahren, die sich ehrenamtlich in über 5 500 JRK-Gruppen in ganz Deutschland engagieren.
"Gemeinsam für den Frieden. Wenn du die Welt mit dem Herzen siehst, kennst du das Gefühl, dass Menschlichkeit wieder an Wert gewinnen muss."

Von diesem Zitat waren die Bundeskonferenz 2015 und die anwesenden Delegierten überzeugt und haben damit das Kampagnen-Thema festgelegt. Diese neue JRK-Kampagne ist als Mitmachkampagne konzipiert. Gemeinsam soll drei Jahre lang geforscht werden, was Menschlichkeit für jeden persönlich, für die Gemeinschaft und die Welt bedeutet. Dabei machen sich die JRK-Angehörigen auch mit den sieben Grundsätzen der Rot-Kreuz-Bewegung vertraut:
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Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.

Die Jugendrotkreuzler sollen dabei Aktionen vor Ort starten und Freundschaften mit anderen Jugendlichen knüpfen – sowohl in der direkten Nachbarschaft als auch auf der ganzen Welt.

Dazu abschliessend ein Beispiel:

Zur Thematik hat das Jugendrotkreuz Weil im Schönbuch ein eindrucksvolles Video erstellt, das auf YouTube zu sehen ist:

 

YOUTUBE



Johann Wolfgang von Goethe hat vor genau 190 Jahren einmal festgestellt:
"Man muß jung sein, um große Dinge zu tun."

In der ehrenamtlichen Arbeit im Jugendrotkreuz und im Schulsanitätsdienst bietet sich dazu die Möglichkeit - gewissermassen als
Startschuß für ein anschliessendes ehrenamtliches Wirken in der Gesellschaft und für die Gesellschaft, um Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, wieder Mut und Zuversicht zu geben