Jugendrotkreuz: Kinder und Jugendliche MEHR begeistern fĂĽrs Helfen

„Meine eigene Begeisterung und Freude am Jugendrotkreuz soll auch andere Jugendliche anstecken“ Stavros Kominis im RKB-Interview

 

Stavros Kominis ist stellvertretender Jugendrotkreuz-Leiter im Kreis Böblingen. Er arbeitet in der Pflege als stellvertretender Bereichsleiter außerhalb des Kreises Böblingen. Der Rot-Kreuz-Bericht (RKB) hat mit ihm das nachfolgende Gespräch geführt:

 

RKB: Wann sind Sie zum Jugendrotkreuz gekommen und was war Ihr damaliger Beweggrund fĂĽr diesen Schritt?

 

Kominis: Eingetreten bin ich mit acht Jahren im Jahr 1998 in die Jugendrotkreuzgruppe in Flacht. Da alle meine Freunde damals ins Jugendrotkreuz gingen habe ich mich, entschieden, diese zu begleiten und mir das Jugendrotkreuz auch anzuschauen.

 

RKB: Haben sich Ihre Erwartungen erfĂĽllt?

 

Kominis: Da ich anfangs keine großen Erwartungen hatte, war ich positiv überrascht, was das Jugendrotkreuz alles bietet. Dies beinhaltet Aktivitäten welche im Ort stattfinden wie Freizeiten, Erste-Hilfe Workshops und ebenso wie die Angebote auf Kreisverbandsebene von Kursen bis hin zum Kreisentscheid. Mit 16 Jahren habe ich mich dazu entschlossen, in der Gruppenleitung im Ortsverein Flacht jetzt Ortsverein Weissach-Flacht e.V. mitzuwirken. In den folgenden Jahren war ich dann immer mehr bei Veranstaltungen des Kreisverbands dabei und konnte so erste Eindrücke von der Arbeit im Kreisverband bekommen. Meine Gruppenleiterausbildung habe ich ebenfalls im Kreisverband Böblingen absolviert, welche mir auch in meiner beruflichen Laufbahn sehr viel gebracht hat. Seit 2016 bin ich stellvertretender Kreisjugendleiter im Kreisverband Böblingen und übe dieses Amt mit Freude aus. Meine Erwartungen sind demnach weit übertroffen und ich bin sehr positiv überrascht, was der Kreisverband Böblingen alles zu bieten hat.

 

RKB: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung des Jugendrotkreuzes und des Schulsanitätsdienstes im Landkreis Böblingen?

 

Kominis: Ich denke, wir haben im Jugendrotkreuz herausfordernde Zeiten vor uns aufgrund der wachsenden Anforderungen an unsere Gruppenleiter, welche selbst berufstätig sind und sich die Zeit für die Arbeit im Jugendrotkreuz freischaufeln müssen. Ebenso ist es immer schwieriger, Menschen zu gewinnen, welche ehrenamtlich Funktionen und Ämter begleiten möchten. Auch die Anforderungen an die Jugendlichen steigen stetig in unserer Leistungsgesellschaft und dadurch wird es immer schwieriger, die Jugendlichen für zusätzliche Aktivitäten zu gewinnen. Den Schulsanitätsdienst sehe ich sehr zukunftsträchtig, da es uns die Möglichkeit gibt, die Jugendlichen in der Schule zu erreichen und sie sich hierfür keine extra Zeit nehmen müssen. Die gute Arbeit im Jugendrotkreuz, wie sie im Kreisverband Böblingen ausgeführt wird, ist nur möglich, da wir ein sehr gut aufgestelltes hauptamtliches Team haben, welches die anfallenden Aufgaben in Kooperation mit der Kreisjugendleitung sehr vorbildlich und zeitnah meistert. Ich und auch Patrick Binder sind beide sehr froh über unsere hauptamtlichen Mitarbeiter, da es uns beiden nicht möglich wäre, alle Aufgaben neben unserer beruflichen Tätigkeit so wie es momentan gemacht wird durchzuführen.

 

 

RKB: Welche Bedeutung hat nach Ihrer Meinung das Ehrenamt in der Zukunft?

 

Kominis: Ich finde das Ehrenamt wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft spielen, da das Ehrenamt auch soziale und zwischenmenschliche Kompetenzen vermittelt und lebt. Weiterhin wird es aber immer schwieriger, durch den wachsenden Leistungsdruck der Gesellschaft Menschen fĂĽr ein Ehrenamt zu gewinnen, hier sollten deshalb entsprechende Rahmenbedingungen von seitens der Politik und der Arbeitgeber geschaffen werden. Auch die Vereine mĂĽssen meiner Meinung nach umdenken und nicht auf starre Linien bestehen, sondern mehr an Projekte denken. Denn es gibt meiner Meinung nach nicht mehr den „Allround“-Helfer, sondern immer mehr, die sich ehrenamtlich engagieren möchten – aber nur in bestimmten Tätigkeiten. Dies ist meist schwer, da man immer mehr Anforderungen an die Helfer hat und viele nicht bereit sind, diese alle zu erfĂĽllen, wenn sie sich nur in einem bestimmten Teil im Verein einbringen möchten. 

 

RKB: Was sagen Sie jungen Menschen, um sie zu einem Engagement im Jugendrotkreuz zu motivieren?

 

Kominis: Ich könnte den Jugendlichen immer viel sagen, aber aus meiner langjährigen Erfahrung habe ich gelernt, dass dies alles nur etwas bringt, wenn ich selbst von der Sache begeistert bin. Durch diese Begeisterung und Freude an dem was ich tue, lasse ich die Jugendlichen daran teilhaben und kann ihnen so die Arbeit im Jugendrotkreuz nahe bringen. 

 

RKB: Sie haben jetzt gewissermaĂźen die Altersgrenze im Jugendrotkreuz erreicht. Werden Sie sich weiterhin ehrenamtlich im Roten Kreuz engagieren und damit auch gesellschaftlich einbringen?

 

Kominis: Da Leitungskräfte im Jugendrotkreuz aus der Altersgrenze ausgenommen sind, habe ich noch weiter vor das Jugendrotkreuz für die nächsten Jahre ehrenamtlich zu unterstützen und mich auch weiterhin gesellschaftlich einzubringen. Mein ehrenamtliches Engagement, welches ich auch als Abwechslung zum Beruf sehe, werde ich auch in den nächsten Jahren weiter ausführen.

 

-Stavros Kominis, wh-